IoT Orbit
Stadtwerke Garbsen Verein diginauten

Die Gründungsversammlung der „diginauten“ im Rathaus von Garbsen. Foto: Stadtwerke Garbsen GmbH

diginauten: Digitalisierung in die breite Masse bringen

Die Stadtwerke Garbsen haben mit der Stadt und sechs Partnern den Verein „diginauten“ gegründet, um Bürger und über die Mehrwerte der Digitalisierung zu informieren. Neben dem vereinsinternen Austausch planen die Gründungsmitglieder Bürgerdialoge sowie Initiativen und Veranstaltungen. Der Dialog mit Bürgern und Unternehmen vor Ort soll zeigen, wo mehr Digitalisierung das Leben und Arbeiten in Garbsen verbessert und wie sich Projekte am besten umsetzen lassen. Die Grundlage dafür testen die Stadtwerke Garbsen bereits mit der innovativen Funktechnologie Mioty. Sie soll künftig die Versorgungsnetze für wachsende Anforderungen ausrüsten und auch Smart City-Anwendungen ermöglichen.

Intelligente Versorgungsnetze schaffen

Anfang März haben die Stadtwerke Garbsen erste Teile ihrer Versorgungsnetze mit Sensoren ausgestattet, die Daten in Echtzeit an eine Antenne auf dem städtischen Rathausdach senden. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten wollen die Stadtwerke so die neuartige Funktechnologie Mioty vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS auf Funktionalität, Qualität und Stabilität prüfen.

Die Funktechnologie soll die Netze für wachsende Anforderungen wie die zunehmende Einspeisung regenerativer Energien rüsten. Derzeit wird ein System zur Messung und Aufzeichnung der aktuellen Stromstärke an Ortsnetzstationen getestet. Damit sei es möglich, in Echtzeit Anschlüsse zu überwachen, Ausbaupotenziale frühzeitig zu erkennen und eventuelle Engpässe zu vermeiden. Auch die Temperatur in der Station und der Zutritt zur Station selbst lassen sich mit intelligenter Software überwachen. Wo aktuell noch Schleppzeiger die maximalen Stromstärken anzeigen, werden die Daten aus den Teststationen über den Mobilfunkstandard GSM (Global System for Mobile Communications) übertragen. Diese Funktechnik wollen die Stadtwerke Garbsen künftig auf Mioty umstellen.

Pilotprojekt startet in Klassenzimmern

Die Technologie lässt sich auch für Smart-City-Projekte, unter anderem in den Bereichen Mobilität, Verwaltung, Wohnen und Gesundheit, nutzen. Ein erstes Testprojekt ist bereits in Planung: Sensoren in Schulen und Kindertagesstätten messen den Kohlendioxidgehalt und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen und übermitteln die Daten in Echtzeit an einen Server. Mit intelligenter Software sollen sich daraus wichtige Rückschlüsse auf den Ist-Zustand ziehen lassen.

„Häufig liegt das Augenmerk auf der Sensorik. Wir konzentrieren uns auf die Datenauswertung“, erklärt Daniel Wolter, Geschäftsführer der Stadtwerke Garbsen. „Was sagen uns die Daten, welche Potenziale gibt es und wie können wir diese ausschöpfen?“ Mit CO2-Sensoren in Räumen ließe sich nicht nur herausfinden, wann gelüftet werden muss. „Wenn die Datenauswertung ergibt, dass sich die CO2-Konzentration in Schulklassen nach einer gewissen Zeit trotz geöffneter Fenster nicht auf das Ausgangsniveau absenkt, löst ein anderes Unterrichtssystem eventuell das Problem“, sagt Daniel Wolter. „Wir könnten beispielsweise datenbasiert überprüfen, ob eine Unterrichtsdauer von lediglich 30 Minuten sinnvoll ist. In den anschließenden Pausen senkt sich die CO2-Konzentration am besten.“ Während der Pandemie könnte dieses Modell einen sicheren Schulbetrieb jenseits des Homeschoolings ermöglichen, so der Wunsch der Projektpartner.

www.stadtwerke-garbsen.de

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